Tag 1 – Start mit Hindernissen

am 22.11.2022 / in Allgemein

Am gestrigen Sonntag sollte es soweit sein und um 12:30 der Moment, auf den wir Wochen lang hin gearbeitet und gefiebert haben. Der Start der ARC Atlantic Rally for Cruisers, die Atlantiküberquerung von Gran Canaria nach Saint Lucia in die Karibik.

160 Schiffe, große und kleine, Katamarane und Einrümpfer, Racer und Cruiser, Familien, Singles, Pärchen, Crews, 35 Nationalitäten, und alle mit dem selben Ziel. Und mit der selben Startlinie. Bereits 2018 haben wir das Gewusel und die (An-)Spannung schon einmal miterleben dürfen und wussten, was uns erwartet.

Daher gab’s gestern um 10:00 Uhr auch noch mal eine letzte Besprechung mit der Crew, in der wir um höchste Aufmerksamkeit und Konzentration gebeten haben. Danach nur noch die – vermeintlich – letzten Kleinigkeiten. Müll entsorgen, die Stromversorgung zum Land kappen, die Wassertanks auffüllen…

…doch erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Besagte Wassertanks wurden uns zum Verhängnis. Bei dem gut gemeinten Angebot eines Crewmitglieds diese aufzufüllen passierte das Malheur. Statt der Wassertank wurden die Dieseltanks befüllt. Für die Motoren Laien unter euch: Diesel + Wasser = ganz schlechte Kombination, die von aufwändigem Filtern und Reinigen der Dieseltanks bis zum kompletten Maschinenschaden diverse Konsequenzen haben kann.

Eine Situation, die kein Skipper erleben möchte, erst recht keine zwei Stunden vor dem Start einer Atlantiküberquerung.

Kleiner Zeitsprung: es ist bereits Montag, 23:00 Uhr abends. Ich hatte Zeilen um Zeilen geschrieben, alles verarbeitet – und dann ist auch mir gerade ein Malheur passiert und bis auf die ersten Absätze alles verschwunden, arrrgh. Nun kommt statt der Kreativität die Müdigkeit, die Koje ruft laut, daher Zusammenfassung in Kurzfassung:

– ARC Start für uns verschoben
– Frust, Erschöpfung, Ungläubigkeit
– Dieseltanks und Maschinen von unserem super Mechaniker Carmelo gefixt
– Wahnsinns Solidarität und Mitgefühl von Seglern, Freunden, Familien, ARC Yellow Shirt Helfern, gesamten Belegschaft der Sailor’s Bar

Beste draus machen:
– schöner, gemütlicher Abend mit der ganzen, tollen Crew im Restaurant
– Marina fast leer, Platz zum Duschen, Waschen, Ausparken
– erneuter Abschied von vielen liebgewonnen Menschen
– und vor allen Dingen: besseres Wetter zur Ausfahrt. 15 – 20 Knoten Wind statt bis zu 40, 1,5 M Welle statt bis zu 8

Mit 24 Stunden Verspätung ging’s los. Und sogar mit unserem persönlichen Abschiedskomitee mit Fahnen und Tröten auf der Mole, danke ihr wunderbaren Paradiesvögel!

Einsteuern und einschunkeln, Instrumente kennenlernen, erstes Dinner an Bord, auf in die erste Nacht. Die zweite Wachschicht ist schon da, die ganze Crew top, Jo freut sich glaub ich auch, endlich wieder auf dem Wasser zu sein, Peter und ich sind in unserem Element, und ab morgen gibt’s dann auch wieder ausführlichere Berichte und die Bordroutine.

Wir sind dankbar, am Ende hatte alles seinen Sinn.
Eine schöne gute erste Nacht von See

Katrin

Foto: Jo mit Crew und Skippern bei der Ausfahrt


This post was made at: 27°7.95N | 15°28.1W

1 Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.