Tag 26 – Ausblick: die nächsten Tage, Wochen und Monate (inkl. Törnplan)

von Max Müller am 10.06.2022 / in Allgemein

Wenn wir aktuell eins haben, dann ist es Zeit. Zeit um Pläne zu schmieden, zu verwerfen, neue zu machen, alte anzupassen oder zu festigen. Und euch daran teilhaben zu lassen.

In diesem Sinne, hier der Ausblick auf…

…DIE NÄCHSTEN TAGE

Ganz oben auf der Liste steht natürlich unsere Ankunft auf Horta. Auch wenn diese anscheinend so ziemlich das Unplanbarste ist, was wir jemals in unserem (nicht nur Segler-)Leben mitgemacht haben 😉

Denn nach kurzer Euphorie der letzten Tage mit schönem Wind und unter Segeln ist der Wind heute erst wieder einmal komplett eingeschlafen. Nur um danach auf Nord-Ost zu drehen. Das ist genau die Richtung, in der Horta liegt. D.h. der Wind kommt gerade genau auf uns und Jo’s Nase zu und verlangsamt die (Maschinen-)Fahrt extrem. Würden wir versuchen, einen Am-Wind-Kurs zu fahren, wäre der Windwinkel so groß, dass er uns im Norden Richtung Island und im Süden nach Marocco führen würde.

Also tuckern wir erst einmal mit 2 – 3 kn durch die Nacht, hoffen morgen auf den vorhergesagten Winddreher, der zwar nur gering ist, aber zum Segeln ausreichen sollte und können uns damit weiter an Horta ran tasten.

Unser ETA (estimated time of arrival, falls ihr das kleine Wörterbuch gerade nicht parat habt) verschiebt sich damit aber mindestens schon mal von Freitag Abend auf Samstag Mittag.

Der Tag, an dem wir eigentlich schon unsere neue Crew für den nächsten Törn begrüßen wollten, gut erholt nach einer knappen Woche Pause (wenn alles nach Plan verlaufen wäre und wir 17 – 20 Tage gebraucht hätten), Jo gründlich gereinigt vom gesammelten Salzwasser-Schmier, die Kabinen geputzt, die Betten frisch bezogen, die Kühlschränke neu befüllt, der zu erwartenden Ankunftskater auskuriert…

Begrüßen werden wir die Crew trotzdem, und das hoffentlich am Samstag um 17 Uhr bei „Peter’s Café Sport“, der legendären Segler-Kneipe in Horta. Nur kommen die drei dann erst einmal in den Genuss von zwei Hotelnächten (falls ihr den Blog verfolgt – wir hoffen, ihr habt die Mail mit den Details erhalten?! Falls nicht, schaut doch mal bitte in eure Spam-Ordner). Danach ist Jo dann auch wieder bereit für den Einzug der neuen Crew.

Von der mit Anne und Emilio übrigens schon zwei Mitsegler/innen an Bord sind und uns noch ein Stück weiter begleiten, was uns riesig freut. Sind wir doch nach der langen Zeit zusammen auf See richtig gut eingespielt als Team, und flüchten können die beiden eh gerade nicht 😉

Wenn wir dann alle sieben gemeinsam an Bord sind, eingegroovt, erholt und Jo bereit zur nächsten Abfahrt, dann geht’s los in…

…DIE NÄCHSTEN WOCHEN

Wir starten von Horta, nachdem wir hoffentlich noch ein bisschen Zeit haben, um Faial (die Insel, auf der Horta liegt), legen wenn Wind und Wetter es zulassen (mit DEN Prognosen beschäftigen wir uns frühstens Anfang nächster Woche) einen Zwischenstopp in Ponta Delgada auf São Miguel, einer weiteren Azoreninsel, ein und segeln dann weiter nach Madeira.

Vier bis fünf Tage und Nächte werden wir von Ponta Delgada nach Madeira am Stück unterwegs sein. Unsere kleine Atlantiküberquerung und eine tolle Gelegenheit für die neue Crew, um mal reinzuschnuppern und mitzuerleben was es bedeutet, auf Langfahrt zu sein, mit vier erfahrenen Seglern, Nachtfahrten, Routinen, Sternenhimmeln, Weite des Meeres…
Wir freuen uns alle vier hier schon sehr aufs Kennenlernen und euch diese wunderbare, wenn auch manchmal wenig planbare, Welt näher zu bringen!

Auf Madeira endet dann offiziell unser letzter Törn der Saison, aber so ganz vorbei ist es immer noch nicht. Denn Jo’s und unser beider Ziel ist Las Palmas auf Gran Canaria. Mit ca. 250 Meilen (zwei Tagen & Nächten wenn’s mal nach Plan läuft :-)) ein Katzensprung verglichen mit den zurückliegenden Meilen…

In Las Palmas werden wir Jo Anfang Juli für eine Weile gut behütet einlagern und uns schweren Herzens von unserem Baby und unserer zweiten Heimat verabschieden, aber aus schönem Grund. Es geht zurück in die erste Heimat. Endlich. Nach dann 7,5 Monaten und einer langen Saison mit unzähligen, unglaublichen und prägenden Erlebnissen wird es Zeit für ein bisschen Normalität.

Zeit haben, um die Familien wiederzusehen! Freunde treffen! Kölsch trinken und schwaden. Mettbrötchen und Schnitzel essen. Im großen Bett durchschlafen, ohne Wecker, ohne Wetterbeobachtung, ohne Sorge ob der Anker hält. Im Garten grillen und Eichhörnchen füttern. In der Badewanne liegen und die Klospülung mit einem Knopfdruck betätigen. Im Supermarkt die freie, volle Auswahl zu humanen Preisen zu haben oder einfach was an die Tür bestellen zu können. Ein gemütlicher Netflix- oder Tatort-Abend auf dem Sofa. Formel 1 und der FC…

Es gibt so viele und vieles, auf das wir uns freuen. Tolle Menschen und kleine Dinge, die man plötzlich wieder sehr zu schätzen weiß.
Und doch wissen wir jetzt schon, dass wir uns genauso freuen werden, Ende Oktober zurück zu Jo zu kehren für…

…DIE NÄCHSTEN MONATE

Die beginnen wie die nächsten Tage enden. Mit einer Atlantiküberquerung. Dieses Mal von Ost nach West, von Gran Canaria nach St. Lucia, aus dem deutschen Herbst in die karibische Wärme.
2.800 Meilen, mit konstantem Passatwind (der mit dem auch schon Kolumbus gesegelt ist), der fast von hinten kommt und uns in die Karibik schiebt, im besten Fall in 20 Tagen. Jajaja, das haben wir dieses Mal auch gedacht. Aber die Passatroute ist wirklich die entspanntere und konstantere. Wissen werden wir es allerdings erst irgendwann im Dezember, wenn wir in St. Lucia angekommen sind…

Wo dann pünktlich zum Neuen Jahr unser erster „normaler“ Sail & Chill Törn der neuen Saison startet.

Wir werden die Saison noch einmal in vertrauten Gefilden in den Kleinen Antillen verbringen. Denn auch wenn die COVID- und Reiselage sich in den letzten Monaten deutlich verbessert hat – das Abenteuer Südsee ist uns nach aktuellem Stand noch zu gewagt. Zu viele Unwägbarkeiten, tlw. noch geschlossene oder nur schwer zugängliche Inselstaaten (es sei denn in den letzten 26 Tagen hat sich daran irgendwas geändert…), zu weit der Weg um nach zwei Atlantiküberquerungen innerhalb eines Jahres direkt mit der durch den Pazifik weiterzumachen…

Deshalb – ab nach St. Vincent & the Grenadines (die Gärten der Karibik), Grenada (die grüne Muskat- und Rum-Insel) & Carriacou (das gechillte Segler-Hippie-Nachbar-Island), Martinique & Guadeloupe (französisch-karibisches Flair), Dominica (absolutes Naturparadies), Antigua (mondän-cool) & Barbuda (einsame Traumstrände)!
Hier kennen wir uns aus, hier fühlen wir uns wohl, wissen was uns erwartet, sind zu Gast bei Freunden…

Und mit Freunden sind wir auch gerne unterwegs!
Daher gibt’s für euch treue Blogleser/innen auch schon mal einen Sneak Preview in den neuen Törnplan.
Ok, zugegeben, so ganz sneaky-geheim ist er nicht mehr, wir haben ihn schon an alle ehemaligen Crews der letzten Saisons verschickt und auch an die, die seit dem Covid-Ausbruch auf ihren Törn warten (wir freuen uns sehr, wenn es dieses Mal nun wirklich klappt!).

Aber falls es euch interessiert und ihr Lust bekommen habt, mal mitzusegeln, ob bei einer Atlantiküberquerung oder gechillt in der Karibik, dann schaut gerne schon mal rein.

Sobald wir wieder Zeit (also vermutlich im Juli zu Hause ;-)) und stabiles Netz haben, folgt hier auf dem Blog unter „Törnplan“ auch noch mal eine ausführlichere Beschreibung der Ziele.

Für den Moment – die Rahmendaten (und in Klammern die noch freien Plätze):

SAIL & CHILL TÖRNPLAN 2022/2023

14.11. – 14.12.2022: ARC Atlantiküberquerung, Ggran Canaria – St. Lucia

03. – 16.01.2023: St. Lucia – Martinique – Dominica (Special) – Martinique (4)

18. – 31.01.: Martinique – Dominica – Guadeloupe – Antigua (4)

2. – 15.2.: Antigua – Barbuda – Antigua (4)

18.2. -13.3.: Antigua – Guadeloupe – Dominica – St. Lucia (6)

6.3. – 19.3. St. Lucia – St. Vincent & the Grenadines – Grenada (6)

7. – 20.4. Grenada – St. Vincent & the Grenadines – Grenada (8)

22.4. – 5.5. Grenada – St. Vincent & the Grenadines – Carriacou (4)

Das soll es für heute erst einmal gewesen sein mit den Ausblicken, vor allen Dingen mit denen auf die nächsten Wochen und Monate. Jetzt konzentrieren wir uns erst einmal wieder auf die nächsten Tage, hoffentlich nur noch zwei, drückt uns die Daumen…

P.S.: Eigentlich war heute Tag des Delphins, sechs Mal haben wir welche gesehen, tlw. ganz nah, fiepend und springend um Jo rum, wunderschön. Nur auf die Kamera haben wir sie nicht bekommen (dafür viele Bilder fürs Herz). Dafür aber den hübschen Vogel, der am Bug eine kleine Pause eingelegt hat. Und da Vögel ja bekanntlich Glück an Bord bringen… 🙂

This post was made at: 38°11.8N | 31°17.9W

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