7.000 Meilen, 15 Länder, acht Monate, drei Meere – ein Saisonrückblick in Worten & Zahlen

von Sail & Chill / am 22.05.2019 / in Allgemein

Nun sind wir schon ein paar Tagen wieder in Deutschland und genießen die Annehmlichkeiten des Landlebens. Fließend heißes Wasser, eine Toilettenspülung, die keine Hornhaut durch Pumpen verursacht, die erschwinglichen Lebensmittelpreise in den Supermärkten (von der Käse- und Wurstauswahl mal ganz abgesehen). Freunde einfach persönlich treffen zu können, Zeit mit den Familien nicht nur online zu verbringen… Online möchten wir uns und euch aber mit einem Saisonrückblick noch einmal an die vergangenen Monate erinnern.

Die drei Meere

Acht Monate haben wir insgesamt auf Hector verbracht. Knapp 7.000 Meilen (6.818 Meilen um genau zu sein, das entspricht 12.627 km) sind im Logbuch notiert.  Drei Meere (Mittelmeer, Atlantischer Ozean, Karibisches Meer) haben wir durch- und überquert.

Auf den 2.100 Meilen durch das Mittelmeer von Griechenland über Italien und Spanien hinein in den Atlantik bis nach Las Palmas/Gran Canaria hatten wir mit Abstand das schlechteste Wetter der gesamten Zeit. Bei bis zu 40 Knoten Wind und gegen die Welle anfahren war an Segeln kaum zu denken. Das sollte sich mit der Atlantiküberquerung schlagartig ändern.

2.899 Meilen ging es für uns mit der ARC (Atlantic Rally for Cruisers) von Gran Canaria non-stop bis nach Saint Lucia in der Karibik. 23 Tage hat die Reise gedauert (und ist damit sowohl in Meilen als auch Zeit der längste Törn der Saison). 23 Tage und 22 Nächte, in denen der Passatwind ins Segel geblasen und uns immer weiter Richtung Westen geschoben hat. Eine unvergessliche Zeit und allein diese schon einen eigenen Rückblick wert.

 

Willkommen in der Karibik

Bleiben noch 1.819 Meilen in der Karibik. Diese haben wir uns aber schön aufgeteilt und sind ganz entspannt im zwei-Wochen-Rhythmus von Insel zu Insel gesegelt. 14 große Inselgruppen sollten es werden.

Von St. Lucia ging es zunächst auf dem Neujahrstörn über Martinique, Dominica und Guadeloupe nach Antigua. Antigua gehört mit Barbuda bereits zu den Leeward Inseln, den „Inseln über dem Winde“, in denen wir in der Saison größtenteils unterwegs waren. Antigua & Barbuda sind außerdem gute Absprungsorte nach St. Barth und St. Maartin, wo uns der nächste Törn dann auch hingeführt hat. Und wo wir ein letztes Mal für die kommenden Monate europäische (niederländisch-französische) Infrastrukturen, Einflüsse und Preise genossen haben.

Denn von St. Maartin ging es über Anguilla hinein in die BVIs, die Britischen Jungferninseln. Auch wenn der Name zu Recht auf britische Wurzeln schließen lässt, so ist die Präsenz der amerikanischen Segler hier deutlich spürbar. Mit ihr leider auch das Preisniveau – fünf, sechs Dollar für ein Bier sind völlig normal. Noch erschien uns das für ein Bier ganz schön teuer.

Bis uns der nächste Törn über die Dominikanische Republik hinein in die unglaubliche Schönheit und die Einsamkeit der Turks & Caicos geführt hat. Die Einsamkeit, die dazu führt, dass nahezu alle Konsumgüter importiert werden müssen (teilweise noch mit dem Post-/Versorgungsschiff) und somit ein Bier (0,3 l) auch gerne mal acht Dollar kostet. Ab hier konnte uns nichts mehr schocken.

Was eine gute Vorbereitung war, denn schließlich ging es für die letzten Wochen der Saison in die Bahamas/Exumas. 150 Inseln, teilweise unbewohnt, ähnlich abgelegen, ähnlich teuer, ähnlich schön.

Customs & Immigration

Die Ein- und Ausreise in und aus den einzelnen Ländern und Inseln ist leider häufig auch mit diversen Formalitäten und Papierkram verbunden. Zwar sind wir mit unserem deutschen Reisepass schon sehr privilegiert, da uns dieser die Visums freie Einreise in ca. 170 Länder ermöglicht. Ebenso wie bei Einreise per Flugzeug werden Schiffe und ihre Crews aber natürlich trotzdem kontrolliert. Was auch durchaus seine Berechtigung hat, da wir ansonsten alle Illegale auf Reisen wären.

Das Prozedere ist allerdings etwas anders als am Flughafen. Denn natürlich gibt es auf See keine Zollstation. Stattdessen sind Segler aufgefordert, innerhalb von 24 Stunden nach Überfahren der Ländergrenze das nächste Customs & Immigration Office aufzusuchen und einzuklarieren (anzumelden). In den Handbüchern der Seekarten sind diese sogenannten Port of Entries verzeichnet. In der Realität kann es jedoch passieren, dass das eingezeichnete Office nicht mehr vorhanden ist, geschlossen hat oder einfach nicht besetzt ist. Dann wird das nächste angefahren, was mitunter ein paar Tage dauern kann.

Das Problem dabei – theoretisch darf die Crew das Schiff solange nicht verlassen (auch nicht für Landgänge, Strandausflüge…), bis der Captain die Einklarierung erledigt hat. „Theoretisch“… 🙂

Ist der Port of Entry einmal gefunden und geöffnet, kann es je nach Tagesform der zuständigen Beamten ganz schnell gehen oder auch mal ein paar Stunden länger dauern. Die Schiffspapiere werden ebenso wie die Crewliste geprüft, der letzte sowie nächste geplante Port of Entry dokumentiert, die Pässe gestempelt, diverse Formulare ausgefüllt… von Schiffsname über Bootsdaten wie Funk-Rufzeichen, Registrierungsnummer, Maße bis zu Skipper-Kontaktdaten geben wir jedes Mal auf´s Neue dieselben Daten an. Länder abhängig wird der Prozess über ein Computerprogramm (e-SeaClear) vereinfacht; Papier produzieren wir aber immer noch genug. Auch Kosten und Servicebereitschaft der Customs & Immigration Officer varriieren von Land zu Land, aber das vertiefen wir nun nicht, sondern widmen dem Thema vielleicht mal einen separaten Artikel.

Neun Port of Entries haben wir während der Saison in der Karibik besucht (in Europa geht das Dank unseres Passes wesentlich unkomplizierter). Zunächst bei der Einreise, dann ein paar Tage später noch mal zur Ausreise. Unsere Liegeplätze und Marinas wählen wir daher meist in der Nähe eines Büros, so dass uns zwar nicht der Papierkram, aber zumindest die Lauferei und Pendelei erspart bleibt.

Marinas

Um die Bordkasse zu schonen und vor allen Dingen möglichst viel Zeit auf dem Wasser und auf dem schönsten Swimmingpool der Welt zu verbringen, versuchen wir die Marina Aufenthalte kurz und gering zu halten. Während der Saison waren wir in 16 unterschiedlichen Marinas, von Preveza/Griechenland bis Nassau/Bahamas.

Die schlimmste (und in Europa teuerste) Marina in unseren Augen: die Marina Messina/Sizilien in der Straße von Messina. Abgeranzt, schlechter Service (wenn überhaupt), die widerlichsten sanitären Anlagen überhaupt (danach braucht man einen Sanitäter), keine Infrastruktur (Supermarkt, Marina-Versorgung, o.ä.). Wer in Sizilien halten möchte auf dem Weg im Mittelmeer – legt euch lieber in Castellamare del Golfo rein.

Die schönste Marina: Puh, da fällt die Entscheidung schwer. Wir haben drei. Die Rodney Bay Marina/St. Lucia, weil sie seit Jahren unser Heimathafen ist. Die Marina Puerto Bahía in Semana (sogar mit Direktflügen erreichbar) in der Dominikanischen Republik – eingebettet in ein schickes Hotel-Ressort, super gepflegt, moderate Preise, mit diversen Pools, u.a. ein Infinity Pool, aus dem wir sogar einen Buckelwal gesichtet haben, unglaublich nette Leute, inklusive der Customs/Immigration Officer, Tankstelle direkt an der Ausfahrt. Für einen Segler ein Luxus-Aufenthalt. Und zu guter Letzt: die Palm Cay Marina im Süden von New Providencia/Bahamas. Auch diese Marina ist mit einer Tankstelle ausgestattet, an eine Ferienanlage angeschlossen, mit einem Traumstrand vor der Tür, der allerdings ebenso wie die restlichen Annehmlichkeiten der Anlage ihren Preis hat. Die Marina gehört damit zu den teuersten der Karibik.

Ankerplätze und Meerestiefen

Zeit zum Ankern. Unser erstes Ankermanöver mit Hector hatten wir tatsächlich erst in der Karibik, genauer in Grande Anse auf Martinique. Es sollten noch ca. 50 weitere (inklusive Moorings, also großen Bojen, die am Meeresgrund fixiert sind und an denen das Schiff mit zwei Leinen festgemacht wird) folgen, an zahlreichen Orten und vor unterschiedlichsten Kulissen. Manchmal waren wir das einzige Schiff in der Bucht (auf den Turks & Caicos, in den Exumas, auf den Bahmas, wenn nicht gerade Spring Break war und Charter-Hochsaison). Manchmal mussten wir uns die letzte freie Mooring mühsam ergattern.

Wir haben vor einsamen Buchten geankert, in türkisem Wasser, vor weißen Sandstränden. Wir hatten die Aussicht auf Sonnenuntergänge am Meereshorizont, auf Sonnenaufgänge über Dschungelwäldern, auf das bunte Treiben an Land. Bei Wassertiefen unterm Kiel von 10 m (auf Guadeloupe) bis zu 0,30 m (in den Exumas), steinigem Untergrund, Seegras und feinstem Sandboden war kein Ankerplatz wie der andere.

Die Wassertiefe unter dem Schiff generell reichte von mehr als 3.000 Metern auf dem Atlantik über 300 Metern in den Channels (Meeresengen zwischen einzelnen Inseln) bis zu ebenfalls 0,30 Meter in den Exumas. Das eindeutig flachste Segelgebiet der Saison.  So schön sie auch sind – zum Segeln (und auch Angeln) sind tiefe Gewässer deutlich angenehmer und entspannter.

Meeresbewohner

Die Exumas sind aber nicht nur für ihre flachen Gewässer und die Schönheiten berühmt, sondern auch für die Ammenhaie. Ammenhaie gehören zu der für den Menschen meist ungefährlichen (es sei denn sie werden provoziert), hauptsächlich Aas fressenden Familie der Haie. Sie tummeln sich gerne am Meeresgrund unter dem Schiffsrumpf, grasen dort und genießen den Schatten des Bootes, der ihnen eine kleine Abkühlung spendet. Den ersten Ammenhai plötzlich zwei Meter vor der Schnorchelmaske überdimensioniert auftauchen zu sehen war trotzdem aufregend. Gut dass ich meinem Skipper zugehört habe. Einfach groß machen, dann hat der Gegenüber mindestens genauso Schiss und haut ab. Beim 20.sten Ammenhai bin ich dann auch irgendwann ganz entspannt ins Wasser gegangen.

Allerdings lohnt es sich, gut auf Form & Farbe der Haie zu achten. Denn manchmal (zwei Mal haben wir die großen Exemplare gesehen, einmal zwei Kleine, die aber mehr Angst vor uns hatten als wir vor ihnen) versteckt sich auch ein Lemon Shark unter den Brüdern. Die auf Deutsch Zitronenhaie sind schon weitaus gefährlicher und sollten nicht gereizt werden.

Generell gilt – jederzeit Respekt vor der Natur und ihren Bewohnern haben und bewahren. Das versuchen wir an Bord zu leben. Und ist vielleicht mit ein Grund, weshalb wir noch viele weitere faszinierende Begegnungen mit Meeresbewohnern hatten. Manchmal waren diese recht passiv und träge und haben sich einfach „nur“ schön angucken und fotografieren lassen, wie unzählige Korallen, Sand Dollars (vertrocknete Seeigel, deren ausgetrocknetes Sklett wunderschön anzusehen ist; wir haben diese nur einmal in den Outer Islands der Exumas entdeckt) und bunte Fischschwärme. (überall in Riffnähe).

 

 

Das Schönste aus der Tierwelt

Schwieriger zu fotografieren, aber mindestens genauso schön anzusehen sind neben den Rochen meine Favouriten, die Schildkröten. Oft heben sie nur kurz ihr Köpfchen aus dem Wasser, selten lassen sie sich in Ruhe beim Fressen am Meeresgrund beobachten. Nie werd ich von dem Anblick genug kriegen.

Ebenso wenig wie von Delphinen, einzelnen und ganzen Schulen, die um das Schiff schwimmen, springen und spielen. Die Delphine haben uns die gesamte Saison begleitet, so dass ich sie nicht mehr zählen kann. Seit der Ausfahrt aus der Marina in Griechenland bis zur Einfahrt in die Bucht von Georgetown/Exumas. Ich glaube fest daran, dass das Hectors Karma zu verdanken ist (dessen Name ja auf eine neuseeländische Delphinart zurück zu führen ist).

Ob dieses Karma uns auch die Wale geschickt hat? Wer weiß… Ich weiß jedenfalls noch, als ich die ersten Wale gesehen habe. Mitten auf dem Atlantik. 16, 18 Tiere vielleicht, keinen Meter vom Schiff entfernt, in der Welle, die von achtern (hinten) angetrieben kommt. DAS sind Naturphänomene. Die wir, die ganze Crew, in dem Moment gar nicht so richtig genießen können, mitten im Manöver… dankenswerter Weise kommen die Tiere am nächsten Tag noch einmal wieder.  Dieses Mal können wir den Anblick bewusst genießen. Und dann ein paar Monate später noch einmal, in der Dominikanischen Republik (s. Marinas), wo sich die Buckelwale zur Paarungszeit treffen.

In den Exumas angekommen hat uns der erste Stop natürlich direkt zu den schwimmenden Schweinen in Big Major Cay geführt. Vor vielen Jahren auf der Insel ausgesetzt haben sie seitdem eine Berühmtheit nicht nur in Seglerkreisen erlangt. Selbst Ausflugsboote aus dem 50 Meilen entfernten Nassau und Wasserflugzeuge aus allen Ecken der Exumas landen in der Bucht, um der Besatzung ein Schwimmerchen mit den Schweinen im türkisen Wasser zu ermöglichen.

Das absolute und wahrscheinlich einmalige Highlight der Saison aus der Tierwelt aber – die Begegnung mit den Manatees (Seekühen). 30 Minuten lang haben wir mit der Seekuh Mama und ihrem (2 m langen) Baby gespielt, sind mit ihnen geschnorchelt, haben die beiden mit Süßwasser getränkt, uns von dem Baby anstupsen und anheben lassen, haben die mit Muscheln und Seegras bewachsenen Rücken gekrault und einfach nur diesen unvergesslichen Moment genossen. DANKE!

 

Das Leckerste aus dem Meer

Ja auch wir greifen manchmal in den Naturkreislauf von „Fressen und gefressen werden“ ein und angeln auf unseren Törns. Allerdings nur so viel, wie wir essen können. Oder auch weniger, als wir gerne essen würden. Die diesjährige Angelsaison ging zunächst gut los. Noch im Mittelmeer auf dem Weg von Sardinien nach Gibraltar hat Pascal, ein überzeugter Nicht-Fischesser, uns den ersten Biss der Saison mit zwei Mahi Mahis beschert. So ging es während der Atlantiküberquerung zunächst noch weiter. Christoph hatte die Biss-Challengee angenommen und ist in diese direkt mal mit dem größten Biss gestartet. Wieder ein Mahi Mahi, und was für einer. Danach kamen noch ein paar weitere, gekrönt von einem Wahoo, und dann…

…erst einmal lange nichts. Vier Monate sollte es dauern, bis Fabi (ein überzeugter Ex-Vegetarier) mit einem köstlichen Thunfisch den ersten und wie sich dann auch rausstellen sollte letzten essbaren Fisch in der Karibik geangelt hat.

Die Gründe? – Vielleicht Petris Pecht. Vielleicht lag es aber auch an dem Seegras, das mittlerweile in vielen Ecken der Karibik zur Plage geworden ist. Oder an den hauptsächlich flachen Gebieten, in denen wir unterwegs waren. Mahi Mahis und auch Tunas sind Tiefseefische, ein Barracuda hingegen auch in flachen Gewässern zu finden. Von dem hatten wir dann auch ein paar dran, die wir jedoch wieder Neptun zurück gegeben heben. Denn Barracudas in Küsten-/Riffnähe haben oft das sogennannte „Ciguatera“ im Blut, ein Nervengift, das beim Verzehr des Fisches an den Menschen übertragen werden kann. Deshalb – Finger weg von Barracuds.

Und die Bilanz der (Angel-)Saison – acht Mahi Mahi, ein Wahoo, ein Thunfisch.

 

Kulinarische Fun Facts

Wo wir gerade beim Thema Essen sind…

Gegessen (und getrunken) haben wir an Bord meistens ziemlich gut, immer nach dem Motto „keep it simple!“, aber trotzdem lecker. Ca. 35 kg Pasta waren dafür insgesamt nötig. 50 Pakete haltbaren Serranoschinken haben wir noch in Europa gebunkert und uns noch bis ins neue Jahr an den Resten erfreut. Von den 20 Paketen Haferflocken waren am Ende der Saison noch acht übrig. Um mal eine Abwechslung zum labbrigen Toast zu haben, wurden während der Saison 15 Brote, drei Hefezöpfe und diverse Pancakes gebacken. Das Sahnehuhn (Kalorien-Huhn-Gericht) kam neun Mal auf den Tisch; Pizza nur einmal. Sturmsuppen (Instant Suppen bei schlechtem Wetter) haben wir zum Glück wenige gebraucht und gelernt, dass sich aus dem Instantpulver, das für den angeblich unterschiedlichen Geschmack sorgt, ein leckres Salatdressing zaubern lässt. 150 Bananen hatten wir allein für die Atlantiküberquerung. Äpfel ca. 100. In Obstnetzen gelagert/aufgehängt waren diese selbst nach gut zwei Wochen noch haltbar.

Wer viel isst, hat irgendwann auch Durst. Allein 2.000 l Trinkwasser haben wir während der Saison gekauft, verstaut, getrunken. Dazu noch diverse Paletten Soft Drinks, Säfte, Milch. Das Wichtigste für die Skipper am Morgen – Kaffee & Cola Light. 50 Paletten Coke dürften´s gewesen sein. Dieselbe Menge noch mal in Paketen Kaffee. Ganz schlecht, wenn irgendwas davon fehlt. Noch schlechter – wenn Rum oder Bier an Bord ausgeht.

Damit das nicht passiert, kaufen wir (meistens) lieber eine Flasche/Palette zu viel als zu wenig ein. Selten (aber es passiert) verschätzen wir uns auch. Es konnte ja keiner ahnen, dass 19 Paletten Bier nicht reichen würden (das ist der Bierrekord der Saison). Oder eine 1,75 l Flasche Rum – an einem Abend (Rumrekord). Aber hey, es ist Urlaub. Und 19 Paletten Bier für 14 Tage und sieben Leute macht 4,65 Bier im Schnitt pro Person pro Tag, ist doch gar nicht so viel. SKOLL!

Nur der Trinkwasser-Konsum am nächsten Tag ist vielleicht etwas höher als gewohnt…

Bordmusik – Lieder der Saison

Und natürlich bleibt an dem ein- oder anderen Abend auch nicht aus, dass es im Cockpit mal lauter zugeht, Gelächter durch die Bucht schallt, die Discokugel das Vordeck in buntes Licht taucht, die Gitarre gestimmt wird und die Bosebox gefordert. Die Liedwünsche reichen dabei von ABBA bis ZZ Top. Evergreens und Gossenhauern wechseln sich mit Latino Reggae klängen ab. Chill Out oder lieber laut. Die Playlist der vergangenen Monate ist so bunt wie die Karibik selbst. Ein paar Songs haben uns aber fast durchgehend auf unserer Reise begleitet und wecken jetzt noch wunderbare Erinnerungen an fröhliche Abende…

  • Bella Ciao – egal ob in der Remix, deutschen oder italienischen Originalversion
  • Sailing to Philadelphia – Mark Knopfler
  • Junge komm bald wieder – Freddy Quinn
  • Auf der Reeperbahn – Hans Albers
  • Es gibt nur Wasser (wir brauchen Rum) – Santiano

Last but not least – unser Ohrwurm, seit wir ihn bei „Coco Maya“ auf den BVIs das erste Mal bewusst gehört haben:

  • Piano Man – Billy Joel

In dem Piano Man wird aus Sicht des Klavierspielers erzählt, wie sich an einem typischen Samstag Abend die alt bekannten Gesichter nach und nach in der Stammkneipe einfinden. Jeder bringt ein eigenes Schicksal mit, jeder hat eine andere Geschichte zu erzählen, Erfolge und Misserfolge, berufliches und privates Glück oder Pech. Alle sind individuell, und trotzdem vereint sie die Kneipe. Der Klang, der aus dem Piano ertönt, der Piano Man die wöchentliche Konstante. Der Wunsch, gemeinsam den Alltag zu vergessen und eine schöne Zeit zu erleben.

 

Die Crew

Den Wunsch nach einer schönen Zeit haben nicht nur die Protagonisten aus dem Piano Man, sondern auch alle unsere Crews (wir inklusive). Zwölf Crews hatten wir während der Saison an Bord. Jede Crew einzigartig. Jeder Törn mit einem eigenen Charakter. Mal erinnert ein Lied an die gemeinsame Zeit, mal prägt diese ein Trinkspruch. Manchmal ist es eine außergewöhnliche Begegnung aus der Tierwelt, manchmal ist es der Weg selbst, der einen Törn unvergessen macht.

Aber immer und vor allen Dingen sind es die Menschen, die dem Törn den besonderen Charakter verleihen!

An dieser Stelle möchten wir die Gelegenheit daher gerne kurz nutzen und uns bei allen Mitseglerinnen und Mitseglern, bei allen Chef-Chillerinnen und Chillern, bei allen Crews der Saison bedanken! DANKE, dass ihr uns ein Stück auf der Reise durch die Saison begleitet, zu entspannten Tagen, zu lustigen Abenden und guten Gesprächen, zu schönen Segelerlebnissen und zu unzähligen Erinnerungen beigetragen habt!

Bei der Zusammensetzung der Crews dominieren übrigens die Männer. Vier reine Männercrews hatten wir (inklusive Atlantiküberquerung und Überfahrt von Gibraltar nach Las Palmas), eine reine Frauencrew (zur Freude des Skippers). Die zwei jüngsten Mitsegler waren 19 Jahre alt (per Anhalter nach Südamerika), der älteste Mitsegler 66. Da fängt das Leben ja bekanntlich erst an. Und an Bord sind sowieso alle max. 29 Jahre… Apropos Alter – vier Geburtstage haben wir diese Saison gefeiert, alle in der Karibik, zwei davon unsere eigenen. Eine Mitseglerin, die ausnahmsweise erst nach ihrem Geburtstag da war, hält mit ihrem fünften Besuch bei uns an Bord eindeutig den Rekord und bekommt auf unserem neuen Schiff einen Ehren-Schlafsack mit eingesticktem Namen 🙂

Das neue Schiff

„Wie und wo geht es denn nun nächste Saison weiter?“ werden wir oft gefragt. Also, zunächst einmal haben wir Hector am Ende der Saison an seinen Eigner Armin zurück übergeben und die Überführung aus dem Mittelmeer in die Karibik damit abgeschlossen. DANKE an Armin, Jana und Hector für das sichere, tolle und vertraute Heim auf dieser Reise!

Und nun – suchen wir ein neues Schiff. Denn klar ist, es geht auf jeden Fall nächste Saison weiter. Momentan können wir nur noch nicht genau sagen, ab wann und von wo aus. Wir haben ein paar Schiffsoptionen; eine Entscheidung für das zukünftige wird in den kommenden Wochen fallen. Wir halten euch natürlich auf dem Laufenden. Mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit werden sich auf dem neuen Törnplan aber ein paar Ziele und Länder wiederfinden, die wir (zumindest gemeinsam) alle noch nicht besucht haben. Es bleibt spannend, auch für uns…

Nun verabschieden wir uns erst einmal endgültig aus der vergangenen Saison und sagen ein letztes DANKE allen, die dazu beigetragen haben, Menschen wie Tieren, und vor allen Dingen HECTOR und dem Piano Man.

 

Outtakes/Best-Off für die Crews

Wir könnten zu jedem einzelnen Törn so viele Geschichten erzählen, die aber eindeutig den Rahmen sprengen würden. Daher an dieser Stelle nur eine lose Zitate- und Wortesammlung, in der sich der ein oder andere vielleicht wiederfindet 🙂

  • Mal eben
  • Pompa hydraulica  sentina manuale
  • Ich habe keinen Hunger gerade
  • Hashtag isso (Anna & Rocco, ihr bleibt für immer die Sail & Chill Ehren-Crew. Grazie mille!)
  • #hectorgeometrie
  • erst kam der Schweigefuchs, dann die halt-die-Fresse-Schlange
  • ist das jetzt die Venus oder der Mirdochf**egal?
  • Der Atlantik ist größer als erwartet
  • Der Müsli-Man
  • Nicht schon wieder Mahi Mahi
  • Wetter: Bleibt wie es ist – Good Day!
  • 99 helle Stern
  • The Pütz is a bitch
  • Das war zu viel Adrenalin! – Da merkst du, dass du lebst!
  • Münsterländer auf Ecstasy
  • Team Romantica
  • Gas ist aus, Nikolaus!
  • Manövermodus
  • Ich liebe diese Insel! (Dominica)
  • Also das mit dem Pierre hat geklappt, nur bei der Menge war ich mir unsicher (beim Versuch, franz. Bier/bierre zu bestellen)
  • Here comes the Sun, little Darling
  • Pain Killer für alle
  • Tower: Please come closer to the bridge. Tower: Please return to anchor. Schiff: Do we have to return to anchor?
  • Wir wissen jetzt, wie das Universum und die Materie funktioniert (theoretisch)
  • Fundgrube eröffnet
  • Natürlich KEIN Alkohol im Spiel
  • Kaffeemaschinendrama
  • JUCHUUU
  • Makes love to his Tonic & Gin
  • Sashimi´o´clock
  • Ohne dich hätten wir nicht hergefunden. – Dann hätten wir die Burg (= Rettungsinsel) gezündet.
  • Tigerbrüll – Miauuu
  • Zamparoni
  • Erna & Friedolin
  • Die Terrorlampe
  • Ich geh mal meditieren
  • Ach, ein Kleiner geht noch

SKOOOLL!!

4 Kommentare

  • Sylvia says:

    Hallo ihr Zwei,
    Ein super toller Bericht voll aus dem Herzen, so wie ihr beide seid. Ich hab natürlich unsere Best Offs gleich erkannt…hahaha, das weckt sofort wieder Erinnerungen.
    Ich drück euch ganz fest die Daumen, dass ihr EUER Boot findet und freu mich, euch bald wieder auf einem Törn begleiten zu dürfen.
    Bis bald, ich drück euch
    Sylvia

    • Sail & Chill says:

      Liebe Sylvi, vielen vielen Dank! Wir hatten beim Schreiben des Artikels auch sooo viele schöne Erinnerungen im Kopf – und hätten allein über unseren Exumas Törn ein ganzes Kapitel schreiben können 🙂 Schön, dass du Teil davon warst!
      Wir sehen uns wieder an Bord, wann und wo auch immer!
      einen dicken Drücker (und Sundowner) zurück von uns

  • Gisela says:

    Sehr beeindruckend…der Reisebericht!!!🤗🤗🤗 Da bekomme ich wieder Lust auf MEER ( E )😎😎und MEERESTIERE…DANKE

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