Happy Birthday, liebe Vera! – Tage in den Exumas ohne Internet, fernab der Zivilisation

am 04.04.2019 / in Allgemein

Heute hat eine liebe Freundin Geburtstag. Normalerweise würde ich jetzt einfach zum Handy greifen, die Whatsapp tippen, das nächste Wifi suchen und ab ins Orbit mit der Nachricht. Nicht jedoch in den Exumas/Bahamas.

Am Freitag (heute ist Mittwoch wenn mich mein Zeitgefühl nicht täuscht – das verliert sich hier an Bord sehr einfach) haben wir die Marina und ziemlich schnell auch die Turks & Caicos verlassen. Unser Ziel: die Outer Islands, die äußeren Inseln in den Exumas. Der Name ist Programm. Mayaguana, die äußerste Insel, die wir zuerst ansteuern, ist komplett verlassen. Zumindest scheint es so. Bei näherem Hinsehen entdecken wir einzelne Spuren von Zivilisation. Eine verlassene Hütte am Strand, einen verrosteten LKW, vergammelte Bierflaschen (leider). Menschen sehen wir jedoch nicht, keinen einzigen.

Stattdessen ankern wir in türkisem glasklaren Wasser vor einem weißen Sandstrand. Im Wasser ist jedes einzelne Detail erkennbar, Korallenriffe, Fische, Muscheln. Der Sandstrand zieht sich um die Insel entlang soweit das Auge reicht. Ein paar Meter hinter dem Strand beginnt direkt die Palmenkolonie, tausende, natürlich gewachsen, große und kleine, dicht an dicht, die Kokosnüsse in den Wipfeln selbst vom Schiff aus noch mit bloßem Auge erkennbar. Wir lieben diesen Anblick von Natur pur, bei Tag und bei Nacht. In der Nacht funkelt ein Sternenhimmel über uns, der sich dieses Mal wirklich nicht in Worte fassen lässt. Millionen weiße Punkte wohin wir auch blicken, eine Sternenkuppel, die sich über uns legt, kein einziges anderes Licht im Umkreis, kein Stadtleuchten oder Smog, der den Blick trübt.

Diese Anblicke von Wasser, Strand und Sternen begleiten uns nun schon einige Tage, egal vor welcher Inseln wir stoppen. Eine schöner, flacher und einsamer als die nächste. Zwischen den einzelnen Inseln – nichts. Kaum andere Boote (wir haben vielleicht fünf oder sechs andere in der ganzen Zeit unterwegs gesehen), um uns rum nur dunkelblauses, 2000 Meter tiefes Wasser, bis wir wieder die nächste Riffkante vor der Ankerbucht erreichen, der Meeresspiegel schlagartig von 2000 auf 20 Meter sinkt, wir uns vorsichtig auf 3 – 4 Meter Tiefe vortasten und der Anker wieder ins Türkis fällt und auf den Sanddünen am Meeresboden stecken bleibt.

So wie gestern Abend vor Crooked Island. Auch dieser Insel gehört noch zu den Outer Islands, doch ist hier schon ein Hauch von Zivilisation erkennbar. Ein Leuchtturm (wenn auch nicht beleuchtet) begrüßt uns bei der Anfahrt. Einzelne Hütten am Strand, teilweise mit „Zutritt verboten“ Schild, zeugen von Leben. Laut Plotter (Seekarte, die auch auffällige Wegmale an Land beschreibt) soll es sogar eine kleine Flughafen-Landebahn, ein Restaurant und einen Supermarkt geben. Die Crew, unsere fünf Münchner Jungs, jubelt, denn der eingeplante Biervorrat neigt sich langsam dem Ende zu (schneller als die nächste geplante Einkaufsmöglichkeit näher rückt ;-)).

Schnell zeigt sich aber – wir sind immer noch im Nirgendwo. Statt Bier gibt es Wasser aus einem Salzsee. Statt US Dollar wird hier mit „Sand Dollars“ bezahlt. Diese liegen auf dem Meeresgrund, feinste runde Muschelscheiben, die aussehen, als wäre in der Mitte eine Blume eingestanzt und die in der Hand zerbröseln, sobald sie zu fest angepackt werden. So ganz können wir uns auch nicht erklären, was genau das für ein Naturphänomen ist und wie diese wunderschönen Scheiben entstehen. Wir entwickeln die Theorie, dass es gestorbene, vertrocknete Seesterne sein könnten, wissen es aber nicht. „Einfach mal googeln“. Unser Running Gag der letzten Tage, denn googeln geht nicht mehr, seit wir die Marina verlassen haben.

Wir wissen nicht, wann wir das nächste Mal Wifi haben werden – und genießen jeden Moment ohne. Stattdessen wird viel gelacht, gelesen, gespielt, die Tage mit Segeln, Schnorcheln und Chillen verbracht und die Abende mit Musik, Bier (noch…) und lustigen Cockpit Runden. Dank unseres Satelitentelefons haben wir aber zumindest noch einen kleinen Draht zur Außenwelt. Und können daher trotz fehlender Email Adresse auf diesem Wege sagen:

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, liebe Vera! Bleib wie du bist, ming Hätz! Wir freuen uns jetzt schon auf das erste Wiedersehen in den neuen vier Wänden (für alle Liebhaber alter Villen und großartiger Umbau-Projekt: schaut mal auf Instagram @villazumwachkuessen, es lohnt sich!) und mit euch die Bilder und Geschichten aus dieser Welt fernab der Zivilisation zu teilen…


3 Kommentare

  • Michael says:

    hallo ihr zwei,

    ….einfach nur schön….,
    grüße aus dem nasskalten DL,

    Michael

  • Vera says:

    Ihr seid einfach der Knaller! 1000 Dank für die coolsten Glückwünsche zwischen Ruhrpott und den Exumas. Genießt die Zeit ohne WLAN, das klingt alles richtig gut bei euch! Ich drück euch feste!

    • Sail & Chill says:

      upsi, in der Zeit ohne WLAN ist uns dann doch glatt die Antwort auf die Antwort untergegangen… Da es nun wieder heißt „Home is where the Wifi connects automatically“ (und „where the Dom is“) sagen wir noch schnell: GERN GESCHEHEN 🙂 Bis ganz bald!

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