Tag 10 – die Drohne, die dicke Elke & der liebe Daddy

am 04.12.2018 / in Allgemein

Der heutige Eintrag ist meinem Papa gewidmet, der heute Geburtstag hat. Und schon wieder kann ich leider nicht dabei sein (ja, die Weihnachtszeit ist eine Geburten starke Zeit in unserer Familie :-)). Daher auf diesem Wege erst einmal herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, lieber Daddy!
(Außerdem nachträglich an meine kleine Freunding Marlene, die gestern ein Jahr jung geworden ist! Ich hab fest an dich gedacht :-*)

Einen Tag vor unserer Abfahrt hab ich noch mal mit meinem Papa telefoniert, der mich nach meinen Wünschen ans Christkind gefragt hat (jaha ich glaube dran und liebe Traditionen). Dabei kam das Gespräch auch kurz auf das Thema Drohne. Peter und ich spielen schon seit längerem mit dem Gedanken, bisher fehlte uns aber die Zeit, uns intensiver damit zu beschäftigen und nach einem passenden Modell zu recherchieren. Schön wäre es auf jeden Fall, eine an Bord zu haben, erst recht wenn wir an die karibischen Ziele der vor uns liegenden Saison denken. Die British Virgin Islands, Turks & Caicos, Exumas/Bahamas… da dürfte gutes Bildmaterial garantiert sein.

Umso größer war dann unsere Freude als sich rausgestellt hat, dass Sam & Michael aus der Crew beide eine Drohne für die Atlantiküberquerung dabei haben. Schon in der Marina in Las Palmas gab es den ersten Testflug – nach einigen Bier und mitten in der Nacht ein lustiges Vergnügen, bei dem sowohl die Flugfähigkeit der Drohne als auch Sams Steuerungskompetenzen den ein oder anderen spöttischen Kommentaren trotzen mussten. Aber – beide haben die Nacht gut überstanden und wir alle nur auf den Tag gewartet, an dem die Drohne auf dem Atlantik das erste Mal zum Einsatz kommt.

Wie ihr an dem Bild des letzten Blogartikels (und auch an diesem) erkennen könnt, war der große Tag gestern gekommen. Bei ca. 13 Knoten (ca. 25 km/h) Wind laut Sam noch mögliche Bedingungen, um die Drohne starten zu lassen. Wobei ja weniger der Start das Spannende ist, sondern der Moment, in dem die Drohne ihren Weg aus der Luft mit dem oder gegen den Wind nach Hause schaffen muss.

Spätestens als Sam irgenndwann konzentriert vor sich hin murmelt „die ist schon auf Vollgas“ wird uns klar, dass das Einfangen etwas schwieriger werden könnte. So hatten wir alle bestimmt 15 Minuten lang ein schönes Kino, Sam vermutlich einen erhöhten Bluthochdruck und Adrenalinspiegel und Christoph in seinem Heinzelmännchen-Bademantel Mühe, die Drohne im richtigen Moment einzufangen. Am Ende hat Sam es selber geschafft und sich sein Baby beherzt geschnappt. Nur um dann festzustellen, dass in der Aufregung noch kaum Fotos gemacht wurden (eins von zwei seht ihr hier).

Also neuer Versuch, dieses Mal vom Vordeck statt Heck, da hier trotz der Wanten (Metallgestänge, in das die Drohne besser nicht geraten sollte) wesentlich mehr Platz ist. Ziel des Fluges – eine schöne Luftaufnahme von unserem Gennacker Segel. Dieses Mal erfolgreich! Nach einigen Minuten in der Luft hat die Drohne ihren Heimflug angetreten, und nun war es tatsächlich Christoph mit dem „good catch“ (die kleinen Kratzer dabei nimmt man halt in Kauf).

Auch wenn Sam mit der Bildmaterial Ausbeute noch nicht ganz zufrieden ist – wir finden es großartig! Hector allein auf dem Atlantik, kein anderes Schiff zu sehen (auch wenn wir wissen, dass in einigen Meilen Entfernung ARC Mitsegler sind), die endlose Weite des Wassers, der Gennacker bunt und aufrecht im Wind… schöner geht es doch kaum?!

In den Gennacker sind wir alle ganz verliebt, sieht er doch nicht nur toll aus, sondern bringt uns auch noch flott Meile um Meile Richtung Ziel. So haben wir dann auch beschlossen, da Segler ja abergläubig sind, Schiffe eine Seele haben und mit ihnen auch ihr Interior, dass der Gennacker einen eigenen Namen verdient hat. Meine erste Idee: „die dicke Elke“. Das dick erklärt sich von selbst, wenn sich das Segel dickbäuchig im Wind aufbläht. Elke ist Hectors ursprünglicher Name, mit dem der Katamaran die Werft in Südafrika vor einigen Jahren verlassen hat. Normalerweise erhalten Schiffe nämlich weibliche Namen, aber unter der Einhaltung bestimmter Rituale dürfen diese auch geändert werden. Und so hat unser männlicher Hector nun mit der dicken Elke sein Weib an Bord.

Auf weitere gute Zusammenarbeit…

Alles Liebe noch mal für meinen Papa,
Katrin
SY Hector
Sail & Chill


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