Tag 9 – Segeln unter Gennacker

am 03.12.2018 / in Allgemein

Nachdem die Blogeinträge der letzten Woche sich hauptsächlich ums Essen gedreht haben, widmen wir uns dann diese Woche mal etwas mehr dem Thema Segeln.

Denn ja, wir segeln, und das seit Start in Las Palmas fast ausschließlich (nach unserer Tour durchs Mittelmeer nicht ganz selbstverständlich und ein willkommenes Geschenk). Den Motor brauchen wir nur noch alle paar Tage mal für ein paar Stunden, um die Batterien aufzuladen und somit die Stromversorgung an Bord dauerhaft zu garantieren. Zwar ist Hector mit diversen Solarzellen auf dem Dach ausgestattet, die ordentlich Energie einspeisen. Aber Strom benötigen wir trotzdem reichlich, z.B. für den Kühlschrank, die Bedienung und Nutzung der Frischwasserpumpen in den Badezimmern oder die Positionslichter Hectors bei Nacht. Vor allen Dingen aber für unsere Navigationsinstrumente. Von denen haben wir reichlich:

Der Plotter zeigt uns unseren Kurs, Geschwindigkeit und Position an. Das AIS (Automatic Identification System) die Position anderer Schiffe, sofern diese sich in einem ca. Acht-Meilen-Radius von unserer Position befinden (diese sehen uns dann auch). Das Radargerät erfasst sogar einen 24-Meilen-Radius und neben anderen Schiffen auch noch Wolkenformationen. Das Funkgerät (VHF) ist immer auf standby. Über eine zusätzliche Plotter-Software auf dem iPad tracken wir unseren Kurs mit. Der Autopilot übernimmt die automatische Steuerung, so dass wir nur bei Bedarf per Hand steuern können. Am Steuerstand gibt es außerdem diverse Anzeigen für Geschwindigkeit, Tiefe, Wassertemperatur und – den Wind.

Die Anzeige, die uns beim Segeln am meisten interessiert. Denn die Entscheidung, welchen Kurs wir segeln und welches Segel der vier, mit denen Hector ausgestattet ist, wir dazu nutzen, ist vor allen Dingen von Windrichtung und -stärke abhängig. Wie schon erwähnt befinden wir uns seit ein paar Tagen in dem Passatwind gen Westen. Der Passatwind bringt den Wind hauptsächlich aus östlicher Richtung, so dass wir diesen fast von hinten (mal aus Nord-Ost, mal aus Süd-Ost) spüren. Ein sogenannter Downwind (Vorwind) Kurs.

Bei einem Downkind Kurs ist eine beliebte Segelnutzung die des Vorsegels, von denen es verschiedene gibt. Hector ist mit einer Genua, einem Gennacker und einem Blister (ähnlich dem Gennacker) ausgestattet, von denen wir vor allen Dingen Genua und Gennacker nutzen. Da die Genua vom Material her relativ schwer ist, benötigt sie ausreichend Wind, um überhaupt Vortrieb zu bekommen und das Schiff zu bewegen. Der Gennacker hingegen ist ein Leichtwindsegel, das speziell bei wenig Wind zum Einsatz kommt. Und das dazu noch toll aussieht, wenn es sich bunt in der Sonne und bei voller Fahrt aufbläht.

Daher konnten wir es in den letzten Tagen auch kaum erwarten, den Gennacker zu setzen (hochzuziehen) und damit durch den Tag zu segeln. Die Bewegungen waren dazu heute perfekt. Ca. 10 – 12 Knoten Wind (bis ca. 15 kn können wir ihn nutzen), wenig Welle. Sobald die Sonne am Himmel u nd die Morgenwache um 07:00 Uhr an Deck war, hieß es „klar zum Gennacker setzen“. Seitdem segeln wir mit 6 – 7 kn Speed über das Wasser, die Wellen rauschen, das blau-weiß-rote Segel wiegt sich im Wind. Herrlich.

Ebenfalls ein perfekter Tag, um eine unserer zwei Drohnen an Bord zu testen und den Blick auf Hector und den Gennacker aus der Vogelperspektive einzufangen. Das Ergebnis seht ihr in dem Bild (leider können wir momentan keine größere Auflösung schicken, die folgt nach Ankunft). Die Geschichte dazu gibt es dann morgen.

Für die Nacht holen wir den Gennacker übrigens ein und fahren entspannt mit der Genua, bis morgen die Sonne und Morgenwache raus kommt… 🙂
So kann es gerne weitergehen.

Ahoi!
Katrin & Peter
SY Hector
Sail & Chill


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