Tag 6 – Wrap Time und Provisionierung allgemein

am 30.11.2018 / in Allgemein

Einer der riesen Vorteile Hectors und Katamaranen generell ist dessen Stabilität und Cockpitgröße. Das haben wir gestern Abend ausgenutzt und trotz der Wellen unseren lustigen Bastel-dir-deinen-Wrap-Dinner-Abend gemacht. Immer wieder herrlich und ein fröhliches Hin- und Hergeschiebe von Zutaten.

„Kann ich mal bitte die Zwiebeln haben?“. „Nur im Austausch gegen die Oliven.“ „Oh das sieht aber gut aus, die BBQ Sauche brauch ich auch noch.“ „Mist, schon wieder zu voll gepackt, das ist ja wie in der Dönerbude hier.“ „Möchte noch einer Hühnchen haben? Noch ist was da.“… So und ähnlich erklingt es am Essenstisch.

Apropos Hühnchen – das war gestern die letzte Portion frisches Fleisch, die wir von unseren Großeinkäufen mit an Bord hatten. Proviantierung ist während einer Atlantiküberquerung natürlich eine ganz andere Herausforderung als während eines zweiwöchigen Törns, bei dem wir uns alle paar Tage mit frischen Lebensmitteln eindecken können. Die Möglichkeit haben wir hier nicht, der nächste Supermarkt liegt noch ca. 2.200 Meilen von uns entfernt.

Also haben wir den Menüplan so versucht zu kalkulieren, dass wir in den ersten Tagen erst mal noch ausgiebig frisches Obst, Gemüse, Milchprodukte, Aufschnitt und Fleisch genießen können. Dabei gilt zu bedenken, dass wir nur begrenzte Kühlmöglichkeiten haben, die dann auch bis Anschlag ausgeschöpft wurden. Einige Tipps von Langfahrtenseglern und ein Buch über richtige Proviantierung (Danke liebe Kerstin!)helfen dabei.

Das Obst baumelt in Netzen im Cockpit, getrennt nach Sorten, um Druckstellen zu vermeiden und frühzeitige Reife zu verhindern. Bei Bananen hilft es, diese noch möglichst grün zu kaufen und den Stuck (dieses braune Stück, an dem ein paar Bananen zusammen hängen) mit Frischhaltefolie zu umwickeln. Das suggeriert den Bananen anscheinend, dass sie noch an der Pflanze hängen und sie bleiben (auch wenns von außen nicht so aussieht) länger hart. Zwei große Kisten voll haben wir umwickelt. Tomaten werden nebeneinander gelagert, damit auch hier keine Druckstellen entstehen. Zitrusfrüchte & Ananas halten sich zwei bis drei Wochen. Außerdem unsere beste Entdeckung: der Serranoschinken vom LIDL in Las Palmas, der ungekühlt mehrere Wochen haltbar ist. So haben wir dann auch erst mal 50 Packungen davon gebunkert.

Zusätzlich zu den Frischeprodukten kommen natürlicb noch Kilo (eher schon Tonnen) weise Dosenvorräte, 15 kg Pasta, 10 Reis, Zutaten zum Brotbacken, zig Packungen Müsli und Haferflocken, usw. Klingt alles erst einmal viel, ist es aber nicht wenn man bedenkt, dass wir ca. drei Wochen auf See sein werden, nicht jeden Tag damit rechnen können, einen frischen Fisch zu fangen und trotzdem einen abwechslungsreichen Speiseplan genießen möchten. Und so warten dann ab heute die klassischen Bordgerichte auf uns, aber auch Leckereien aus der Heimat wie Sauerkraut mit Würstchen & Kartoffelbrei, Rotkohl & Klöße, Kartoffelgratin, usw. Ganz nach dem Motto „Futtern wie bei Muttern“ 🙂

Mahlzeit.

Katrin
SY Hector
Sail & Chill


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.